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Freitag, 19. September
Sascha lag in seinem Zimmer auf seinem Bett. Er fühlte sich alleingelassen und gekränkt. Warum hatte seine Mutter nur so Mühe mit ihm? Was hatte sich denn in der Zwischenzeit verändert? Er war doch immer noch der gleiche wie vorher. Das Verhältnis zu seiner Mutter belastete ihn. Je mehr er sich die Reaktion seiner Mutter überlegte, desto mehr fühlte er sich verletzt. Verletzt, dass sie ihn so hängen liess. Und von seinem Vater fühlte er sich ebenfalls alleinegelassen. Zwar hatte sich sein Vater nicht negativ geäussert, aber Sascha hatte erwartet, dass er sich wenigstens für seinen Sohn einsetzte und seine Mutter zu überzeugen versuchte. Sascha packte seinen uralten Teddy, der neben seinem Bett lag. Immer, wenn es ihm schlecht ging, musste der Teddy als Tröster herhalten. «Ach Teddy», flüsterte Sascha seinem Freund aus Stoff leise ins Ohr, «warum hat unsere Gesellschaft nur so Mühe mit uns Schwulen? Wir sind doch genau gleich wie alle anderen Menschen, nur gehen wir halt mit einem Mann ins Bett. Was ist daran so falsch?» Sascha drehte sich auf den Rücken und starrte an die Decke. Warum werden Schwule auch heute noch diskriminiert? Warum können zwei Männer ihre Partnerschaft nicht registrieren lassen, ähnlich wie Heterosexuelle heiraten können? Was ihm aber am meisten zu schaffen machte, war die Intoleranz gewisser Leute. Er begriff einfach nicht, warum diese Leute ihm vorschreiben wollten, wie er zu leben hatte. Schliesslich geht es nur mich etwas an, wie ich mein Leben gestalten will, dachte Sascha. Er drückte seinen Teddy noch mehr an seine Brust. «Wenigstens akzeptierst Du mich so, wie ich bin», sagte Sascha zu seinem Teddy und schaute tief in die braunen Glasaugen.