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Donnerstag, 24. Juni
Es war wieder einmal so heiss an diesem Nachmittag, dass den Jungs schon bei der kleinsten Bewegung das T-Shirt am Körper klebte. Sascha war sauer auf seinen Turnlehrer. Bei einer solchen Hitze wäre es viel schöner, wenn wir in der kühlen Turnhalle Fussball spielen könnten, dachte er sich. Oder noch besser Volleyball, denn Fussball mochte er irgendwie nicht so sehr. Es dauerte nicht lange, bis die Hälfte der Jungs ihre Leibchen ausgezogen hatten und ihre schweissnassen Körper in der Sonne glänzten. Die Mädchen, die am Rand der Wiese zuschauten, hatten ihre Freude. Und auch Sascha ertappte sich immer wieder, wie er Ralph von unten bis oben musterte. Ralph war ein grossgewachsener, blonder Junge aus der Parallelklasse. Seine Hobbies waren Bergsteigen und Free climbing, weshalb er einen ‹respektablen› Körperbau hatte. Irgendwie erregte es Sascha, wenn er Ralphs muskulösen Körper sah. Allerdings sagte er sich immer wieder: «Ach was, ich vergleiche seinen Body ja nur mit meinem. Das ist normal, dass sich Jungs in der Pubertät mit anderen vergleichen». So beruhigte er sein schlechtes Gewissen. Denn er fand es schon ziemlich merkwürdig, dass er eigentlich nur bei Jungs dieses besondere Kribbeln verspürte. Die Girls aus seiner Klasse dagegen liessen ihn kalt.

«Hey, träumst du?» Sascha zuckte zusammen. Die Stunde war zu Ende und Sascha musste helfen, die Tore abzubauen. Anschliessend ging's in die Garderobe und dann unter die Dusche. Da war es wieder, dieses Kribbeln, wenn er von all den nackten Jungs umgeben war. Die stämmigen Beine, die muskulösen Bodies, die hübschen Gesichter. Sascha musste sich mega beherrschen, dass er keinen Ständer bekam. Was war bloss los mit ihm? War er etwa schwul? Nein, unmöglich. Sicher nicht!

Nach der Turnstunde wartete Gina beim Fahrradunterstand auf ihn. «Endlich... Nimmt mich ja wunder, was du so lange unter der Dusche treibst...», sagte sie. Gina kannte er schon seit Jahren. Sie wohnten im gleichen Quartier und waren seit jeher zusammen in die gleiche Schule gegangen. Er verstand sich extrem gut mit ihr, und die zwei verbrachten viel Zeit miteinander. Saschas Klassenkollegen hatten schon oft darüber gewitzelt, wann die beiden denn endlich zusammen gehen würden. Tja, warum eigentlich nicht? Gina sah sehr gut aus, sie war genau auf seiner Wellenlänge, und mit ihr konnte er durch dick und dünn gehen. Als sie vor zwei Jahren einmal zusammen in Spanien in den Ferien waren und zusammen im Zelt lagen, hatten sie sogar miteinander geknutscht. Sascha hatte sogar befürchtet, dass Gina mehr von ihm wollte, mit ihm schlafen möchte. Doch irgendwie ging's nicht. Sascha fühlte sich noch nicht reif. Und Gina machte ihn auch gar nicht an. Er hatte ihr dann erklärt, dass er sie lieber als guten Kumpel behalten möchte. Und gute Kumpel schlafen nun mal nicht zusammen. Sie sagte: «Schade», und seither war das Thema erledigt. Warum kam ihm das nur gerade jetzt in den Sinn? Es ist doch nichts dabei, wenn man nicht gerade auf jedes Girl spitz ist? Oder hat es doch etwas damit zu tun, dass er bei ihr dieses Kribbeln vermisste, welches er bei Ralph jedesmal im Bauch verspürte? Stand Sascha etwa doch auf Männer?

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