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(c) by SPOT 25 und AHS Schweiz

AIDS-TEST

Die heute üblichen Testverfahren prüfen, ob im Blut Antikörper gegen das HI-Virus vorhanden sind. Denn der Organismus reagiert mit Antikörpern auf eine Ansteckung mit dem HIV. Die Antikörper bilden sich in den ersten drei Monaten nach der Ansteckung mit HIV. Werden beim Test HIV-Antikörper festgestellt, so lautet das Testergebnis positiv, sonst negativ. Aber aufgepasst: Ein negatives Ergebnis sagt nur aus, dass zum Zeitpunkt der Blutentnahme keine Antikörper nachweisbar waren. Bei zu früh durchgeführten HIV-Antikörper-Tests (wenn du also nach einer möglichen Infektion nicht mindestens drei Monate mit dem Test zuwartest) kann ein negatives Ergebnis trügen. Bei einzelnen Menschen bricht Aids kurze Zeit nach der Infektion mit HIV aus, die meisten jedoch leben jahrelang 'positiv' und ohne Anzeichen von Aids. Willst du dich und andere schützen, brauchst du dazu keinen Test. Wichtig ist vielmehr, dass du die Risikosituationen erkennst und dich immer entsprechend verhältst. Eben 'safer'.

Soll ich mich testen lassen?
Früher, als noch keine wirksamen Medikamente gegen das HI-Virus zur Verfügung standen, war diese Frage viel schwieriger zu beantworten als heute. Es gibt gute Gründe, sich testen zu lassen. Es ist oft ratsam, zuerst mit einer Fachperson abzuklären, ob ein Test bei dir sinnvoll oder nötig ist.

- Ein Testresultat, das dir Klarheit über deinen HIV-Status verschafft, kann dir helfen, verborgene Ängste abzubauen. Für die einen ist selbst ein schlechtes Testergebnis immer noch der bessere Begleiter als dauernde, angstmachende Unklarheit. Andere ziehen die Unklarheit vor und können besser leben ohne Kenntnis ihres HIV-Status. Für diese sind allerdings die Safer-Sex-Regeln in jedem Fall und immer ein absolutes Muss!

- Für den Test spricht, dass heute gewisse Medikamente für HIV-positive Personen zur Verfügung stehen, die den Ausbruch von Aids sowie den Krankheitsverlauf verzögern können. Wir wissen heute, dass die Aussichten für eine erfolgreiche Behandlung um so besser sind, je früher wir das Virus mit den heute zur Verfügung stehenden Medikamenten behandeln. Lass dich aber nicht täuschen: Es gibt momentan kein Medikament, das Aids heilen kann.

- Die Angst, sich mit dem HI-Virus angesteckt zu haben, haben viele Jugendliche. Über diese Angst mit jemandem zu sprechen, dem du vertraust, kann erleichtern. Die Aids-Hilfen bieten dir anonyme Beratung an. Denke daran: du bist mit deiner Angst nicht allein, fast jeder erlebt eine solche Phase.

- Den Test über den Umweg des Blutspendens zu machen, ist verantwortungslos. Angenommen, du hast dich mit HIV angesteckt, aber dein Körper hat noch nicht mit der Bildung von Antikörpern reagiert, dann wird dein infiziertes Blut als 'negativ' eingestuft. Ausserdem sind Schwule zur Zeit als Blutspender gar nicht zugelassen.

Es gibt heute viele Möglichkeiten, sich testen zu lassen. Wichtig scheint uns, dass du dich dort testen lässt, wo du nicht nur ein Testresultat, sondern auch eine gute Beratung findest. Wir empfehlen dir, deinen Test unbedingt anonym (mit Code-Namen) durchführen zu lassen. Die geeignetsten anonymen Teststellen sind die verschiedenen Spitäler (erkundige dich bei deiner kantonalen Aids-Hilfe, welches Spital in der Nähe deines Wohnortes anonyme Tests anbietet). Die Anonymität soll dich vor Diskriminierungen, zum Beispiel seitens der Versicherungen oder Arbeitgeber, schützen. Beim Hausarzt musst du den anonymen Test ausdrücklich verlangen. Das beinhaltet auch, dass dein Hausarzt deinen HIV-Status nicht erfährt. Denn Kleingedrucktes in den Versicherungsbestimmungen entbindet deinen Hausarzt möglicherweise vom Arztgeheimnis. Sorge dafür, dass die Rechnung nicht via Krankenkasse bezahlt wird. Sonst lässt die Höhe der Testkosten bei der zahlenden Versicherung zumindest Vermutungen aufkommen (positive Testresultate werden überprüft und sind somit teuer).

Und noch zu deiner Information: Der Test darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung der betreffenden Person durchgeführt werden. Das gilt in der Arztpraxis, im Spital, im Militär und im Justizvollzug und erst recht bei routinemässigen Anstellungsuntersuchungen. Du bist nicht verpflichtet, dein Testresultat bekanntzugeben (z.B. der Polizei).

Generell:
Lass dich beraten, falls dir irgend etwas nicht klar ist. Jede
Aids-Hilfe bietet gratis fundierte und anonyme Telefonberatung an. Manche haben sogar ein spezielles Schwulentelefon eingerichtet!