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Das Mittelalter kehrte nach Deutschland zurück. Schwule wurden von den Nationalsozialisten als Gefahr für den Staat gesehen, und wo immer man ihrer habhaft wurde, steckte man sie in die Konzentrationslager, wo sie unter den Nazis, aber auch unter den Mitgefangenen fürchterlich zu leiden hatten und schliesslich in den allermeisten Fällen getötet wurden.

In dieser Zeit kursierte übrigens in ganz Europa eine Zeitschrift names 'Der Kreis'. Dieses Zürcher Schwulenheft war lange Zeit das einzige schwule Informationsmittel während des zweiten Weltkriegs.

Zur Erinnerung an dieses Ereignis gehen jedes Jahr in unzähligen Städten die Schwulen und Lesben auf die Strasse und demonstrieren friedlich für ihre Rechte und Gleichstellung. In der Folge von 'Stonewall' bildeten sich in den meisten grösseren Städten der USA und wenig später auch in Europa schwule und lesbische Bürgerrechtsorganisationen. Ihr Ziel war und ist es, die Schwulen und Lesben zu organisieren - denn man erkannte, dass man nur gemeinsam erfolgreich gegen die rechtliche und gesellschaftliche Diskriminierung kämpfen konnte.

Heute ist es für junge Schwule und Lesben einfacher, zur Homosexualität zu stehen und diese auch nach aussen hin zu leben. In verschiedenen Ländern sind homosexuelle Beziehungen den heterosexuellen in rechtlichen Dingen gleichgestellt. So können homosexuelle Paare in Dänemark, Schweden und Norwegen ihre Partnerschaft registrieren lassen und erhalten dadurch die gleichen Rechte wie Verheiratete. Nur die Adoption von Kindern bleibt ausgeschlossen.

Aber es gibt auch Länder, in denen jegliche homosexuellen Aktivitäten verboten sind, vom Staat verfolgt und sogar mit der Todesstrafe belegt werden.

Wir dürfen uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen. In der Schweiz z.B. sind die Schwulen und Lesben noch ein ganzes Stück von der Gleichstellung mit Heteros entfernt. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es Menschen, die in der Öffentlichkeit zu ihrer Homosexualität stehen, und starke Organisationen (wie Pink Cross und LOS), die sich für uns einsetzen.

Also: Es gibt noch viel zu tun. Packen wir's an!

Die Zeit der Renaissance brachte eine neue Geisteshaltung. Neu stand nicht mehr die Kirche und das Göttliche im Mittelpunkt, sondern der Mensch. Es entstand beim Bürgertum eine freizügigere Haltung gegenüber der Homosexualität, wahrscheinlich auch deshalb, weil viele namhafte Künstler (z.B. Botticelli, Donatello, Michelangelo und Leonardo da Vinci) homosexuelle Neigungen hatten. So sagte Papst Paul III., dass Künstler nicht den gleichen Gesetzen unterworfen werden können.

Im 19. Jahrhundert war die gleichgeschlechtliche Liebe in einigen Staaten straffrei, so z.B. in Frankreich (1804, Code Civil) und Bayern.

 

Mit der Psychoanalyse zu Beginn des 20. Jahrhunderts ging man vom Bild der 'Sünde' zum Bild der 'Krankheit' über. Der Berliner Arzt Magnus Hirschfeld und sein Institut für Sexualwissenschaft versuchten, mit dem Konzept des 'dritten Geschlechts' die Homosexualität zu rechtfertigen.

Somit kann man sagen, dass es seit knapp hundert Jahren eine Bewegung von Menschen gibt, welche ihre Homosexualität gesellschaftlich rechtfertigen und als gleichwertige Lebensform durchzusetzen versuchen.

Im Berlin der Zwanziger Jahre gab es - wie auch in Basel und Zürich - eine blühende schwule Subkultur. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde dieser Entwicklung ein brutales Ende bereitet.